Korona-La-Lola-Wellen-Bericht aus Gersdorf

Hallo Ihr Lieben,

natürlich sind auch wir den bekannten Beschränkungen unterlegen: nicht in den umliegenden Städten Freunde besuchen, nicht zu den Eltern und Großeltern reisen, immer schön Abstand halten, immer sauber bleiben, in die Armbeuge niesen, einkaufen nur alleine, keine Gäste begrüßen dürfen.

Die bei uns eh bereits vorherrschende ländliche Idylle hat sich dadurch natürlich „extrem verstärkt“. Es ist Klasse, abends im Kreise der Mitbewohner*Innen am Lagerfeuer zu sitzen und den völlig ruhigen und nicht durch Flugzeuge gestörten Nachthimmel zu bewundern! Keine Ahnung, wann es das zuletzt so gab.

Auch unser Biorhythmus hat sich gänzlich entspannt: da die Kinder nicht zu Schule gehen dürfen (schluchz….) stehen wir auf, wann wir ausgeschlafen haben. Das ist erstaunlich früh – nur eine Stunde später als sonst – es mach sich aber krass bemerkbar.

Kann das nicht immer so entspannt ablaufen? Wieso muss die Schule so zeitig beginnen?? Kann mensch das nicht an den normalen Biorhythmus anpassen? Vielleicht können ja nach den „Koronaferien“ einige Ansätze des freilernens in den Schulalltag integriert werden. Nur 3 Tage Schule und 2 Tage Selbststudium?

Arbeitstechnisch ist hier keine Veränderung zu spüren – wir sind alle in mehr oder weniger „ungefährlichen“ Bereichen oder zwingend notwendigen Bereichen unterwegs. Doch es gibt natürlich Veränderungen: unsere Kundschaft macht keinen Termindruck und ist ebenfalls tiefenentspannt.

Was wir aber auch spüren: eine sich andeutende Vereinsamung. Das Wort trifft es eigentlich nicht wirklich, dafür geht es uns definitiv zu gut. Wir kochen zusammen, werkeln im Park, in den Häusern und im Garten. Dreckecken werden weg geputzt und Baustellen fortgeführt und beendet. Aber es ist schon ein komisches Gefühl ständig unsere Freunde und Bekannte oder Besuchergruppen absagen zu müssen. Unser Projekt lebt zu einem Großteil davon, dass Menschen von Nah und Fern diesen Platz nutzen, beleben und gestalten.

Das fällt ja nun gerade komplett weg. Sicher – wir würden auch ohne Besuch hier weiter leben können, doch deswegen sind wir nicht ins Schloss Gersdorf mit seinen umfänglichen Latifundien gezogen. So ein Schatz will geteilt sein, sonst verkümmert er.

Aber bald dürfen wir uns sicher wieder besuchen und dann:

Freuen wir uns ganz doll auf ein Wiedersehen!!!!!

Wir haben Euch eine Galerie mit Fotos von Wanja (12) zusammengestellt. Zur allgemeinen Erbauung:

Gern könnt Ihr uns natürlich schreiben:

info ät schloss-gersdorf.org

April 2020

 

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